Anzünden der Kerzen
Ökumenischer Rat der Kirchen 1968
© WCC archives

Die Anfänge

1968 war das Konzept von Oikocredit innovativ und umstritten. Angesichts weltweiter Kontroversen u.a. über die Apartheit in Südafrika und den Vietnamkrieg wollten Christinnen und Christen in den Kirchen sicherstellen, dass die Investitionen der Kirchen zu Frieden und einer positiven Entwicklung beitrugen. Es wurde vorgeschlagen, ein ethisches Investitionsinstrument für Kirchen und kirchliche Organisationen zu schaffen, das Kredite für Unternehmen bereitstellt, die arme Menschen unterstützen. Auch wenn das Konzept „Kredite statt Wohltätigkeit“ nicht unumstritten war, wurde die Ökumenische Entwicklungsgenossenschaft (damals EDCS) auf den Weg gebracht.

Die 70er Jahre

Im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens hatte die EDCS (Oikocredit) große Schwierigkeiten, genügend kirchliche Investitionen zu mobilisieren, damit sie ihre Arbeit aufnehmen konnte. Die Idee der Kreditvergabe an Organisationen, die armen Menschen helfen, fand immer mehr Anklang, und am Ende des Jahrzehnts hatte die EDCS in die ersten Projekte investiert: eines in Peru und eines in Ecuador. In beiden Ländern ist Oikocredit noch heute aktiv.

Die 80er Jahre

In den 80er Jahren macht die EDCS (Oikocredit) große Fortschritte. U.a. schafft sie Investitionsmöglichkeiten für Einzelpersonen und verbucht erstmals einen Betriebsgewinn. Am Ende des Jahrzehnts hatte die EDCS ihre erste Dividende an die AnlegerInnen ausgeschüttet und ihren 100. Kredit bewilligt.

Die 90er Jahre

Wichtige Ereignisse in den 90er Jahren waren für die EDCS (Oikocredit) der erste Kredit für den Fairen Handel und der Amtsantritt eines neuen Geschäftsführers im Jahr 1994. Die Asienkrise setzte die Region unter wirtschaftlichen Druck, doch die EDCS konnte trotzdem eine Dividende an ihre AnlegerInnen auszahlen.

Die 2000er Jahre

Tor G. Gull wird Geschäftsführer und leitet die Organisation bis heute. Die UNO verabschiedet die Millenniumsziele, die viele Ziele von Oikocredit beinhalten, z.B. Gleichstellung von Männern und Frauen und Unterstützung der Armutsbekämpfung. Am Ende des Jahrzehnts erhält Oikocredit eine bedeutende Auszeichnung der Branche: den Preis der CGAP für soziale Leistungsfähigkeit, Transparenz und Innovation .

Ausblick

35 Jahre nach der Gründung von Oikocredit setzen wir uns immer noch dafür ein, arme Menschen mit Krediten und fairen Finanzierungsmöglichkeiten zu stärken.
Soziale Gerechtigkeit durch finanzielle Inklusion bleiben das Hauptziel von Oikocredit, und wir verfolgen es, indem wir in MFI, Genossenschaften und kleine und mittlere Unternehmen investieren, denen es nicht nur um finanziellen Ertrag, sondern auch um soziale Auswirkungen geht. Umwelt, Fairer Handel, ausgewogene Mitwirkung von Frauen und Männern und Bildung werden auch bei der Auswahl unserer Partner berücksichtigt und sind Kernelemente unseres Auftrags: dem Einsatz für eine faire und gerechte Welt.
Heute ist Oikocredit stolz darauf, ein großer Privatkapital-Investor in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa mit 800 Projektpartnern in fast 70 Ländern zu sein.
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