Peru: Landwirtschaftliche Projekte stärken und begleiten
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02-11-2011
Landwirtschaftliche Projekte zeigen in Peru eine direkte und soziale Wirkung für die Gesellschaft. Die Anzahl jener Projekte wächst, sie gewinnen an Bedeutung. So ist zum Beispiel der peruanische Kaffesektor in den letzten fünf Jahren im Bereich des Exports um 38 Prozent gestiegen. Bewusstseinbildung, Begleitung und Managementkurse durch Oikocredit tragen dabei zu einer nachhaltigen Entwicklung bei. Ende Oktober besuchte Carina Torres, Peru-Länderbeauftragte, Oikocredit Austria in Wien und erzählte mehr über Ihre Arbeit vor Ort.
Große Wirkung für lokale Bauern
„Durch die Unterstützung von Projekten im landwirtschaftlichen Sektor, können wir eine direkte, soziale Wirkung auf das Leben der Bauern erreichen und damit unserer Mission und Vision gerecht werden. Ein großer Vorteil ist, dass alle Oikocredit Partner nach biologischen Kriterien arbeiten oder durch Fair Trade zertifiziert sind“, erklärt Carina Torres. Damit sei sicher gestellt, dass umweltschonend agiert wird und faire Handelsbeziehungen zu den kleinen Kaffee- und Kakaobauern bestehen.
„Wir können durch die Kooperation mit Fair Trade Projekten eine hohe Reichweite in ländlichen Gebieten erzielen, zur Entwicklung der lokalen Wirtschaft und damit zur Armutsbekämpfung beitragen“, erklärt Torres. Bauern und deren Familien werden gestärkt, ihr Einkommen und ihre Beziehungen zu den Einkäufern verbessert. Dabei unterstützt Oikocredit die Kooperativen mit der fairen Kreditvergabe, denn landwirtschaftlichen Projekten mangelt es meist an langfristiger und zeitgerechter Finanzierung. Doch Geld alleine reicht nicht aus…
Schulungen als Schlüssel zum Erfolg
Als Oikocredit sich entschieden hatte, in Peru den landwirtschaftlichen Sektor in größerem Umfang zu unterstützen, wurden die vielen Stärken, aber auch Schwachstellen von bestehenden und potentiellen Projektpartnern in die Planung miteinbezogen. „Um möglich fehlende Fertigkeiten zu verbessern, fokussierten wir uns genau auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Projekte. Denn wir bieten nicht nur Darlehen an, sondern fördern unsere Partner auch in der Ausbildung von Know-How“, erklärt Torres. Zu den deutlichen Stärken der Kooperativen in Peru zählen unter anderem die hohe Qualität der heimischen Produkte und bewährte umweltfreundliche Verfahren. Außerdem besteht eine relativ hohe Nachfrage dieser Produkte sowie großes Potential im Bereich der Beratung und Begleitung, also des sogenannten „Capacity Buildings“.
Im Zuge der Partnerschaft mit Oikocredit erhalten Führungskräfte spezifische Trainings, die durch Oikocredit organisiert und aus Mitteln des dafür eingerichteten „Capacity Buidling Funds“ bezahlt werden. Oikocredit-Projektpartner werden dabei unter anderem bei der Erstellung von strategischen Businessplänen unterstützt oder auch im Konfliktmanagement auf Vorstands- und MitarbeiterInnen-Ebene gestärkt. Daneben stellt Oikocredit ihren Projekten auch den Fonds zur Erreichung höherer Produktivität zur Verfügung. Dazu zählt zum Beispiel ein gutes Risikomanagmenet.
Mit diesen Anstrengungen können Schwächen verbessert werden. Auf Herausforderungen wie starke Preisschwankungen und den Klimawandel kann besser reagiert und damit eine sichere Zukunft für die Partner von Oikocredit gemeinsam geschaffen werden. „Die Begleitung mit Know-How und Schulungen – angepasst auf die Bedürfnisse unserer Projektpartner – ist der Schlüssel für eine Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe“, betont Torres.
Oikocredit in Peru
Das Oikocredit-Regionalbüro, mit Sitz in Lima, verwaltet die nördlichen Regionen von Südamerika. In Peru selbst ist Oikocredit seit 1993 tätig. Das Länderbüro, das heute durch Carina Torres geleitet wird, wurde 2005 eröffnet. Dort sind sieben MitarbeiterInnen tätig. Derzeit refinanziert Oikocredit 40 Projekte in Peru, das Kreditportfolio beträgt 24 Millionen Euro (per 30. September 2011). Zu den Partnern zählen 13 Fair Trade und organische Projekte, 27 Mikrofinanzinstitutionen und vier Spar- und Kreditunionen.
Oikocredit unterstützt mit einem Kreditvolumen von 19,2 Millionen Euro 59 Fairtrade Projekte in 23 Ländern. (Zahlen per 31. Dezember 2010)
Informationen zu Carina Torres
Carina Torres studierte Betriebswirtschaft in der „National University“ in Peru und spezialisierte sich sowohl auf Risikomanagement bei Mikrokrediten, als auch auf Studien zu sozialen und umweltspezifischen Indikatoren des Managements. Ihre Karriere startete sie als Kreditverantwortliche bei „Mibanco“ und managte das Portfolio von 250 KreditnehmerInnen in Vorstädten. Danach arbeitete sie als Führungskraft im Bereich der Mikrokreditvergabe bei „Banco del Crédito del Perú“ mit dem geographischen Schwerpunkt auf das nördliche Peru. Dort befanden sich sieben Niederlassungen in städtischen und vorstädtischen Gebieten. In beiden Finanzinstitutionen war sie Mitglied der ExpertInnengruppe zum Thema Risiko bei Mikrokrediten. 2009 startete Carina Torres als Projektbeauftragte ihre Laufbahn bei Oikocredit. 2010 wurde sie zur Regionalbeauftragten für Landwirtschaft befördert. Seit Jänner 2011 ist sie Länderbeauftragte und damit für die Kreditvergabe in Peru verantwortlich.
Projektpartner in Peru
http://www.oikocredit.org/at/was-wir-tun/unsere-projekte/project/central-america-and-the-caribbean/peru/1081/fair-trade-coffee#17884

