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Fonkoze, Haiti: Rückwirkende Versicherung für KundInnen


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19-01-2012

Seit dem verheerenden Erdbeben in Haiti sind nun zwei Jahre vergangen. 316.000 Menschen sind gestorben, mindestens eine Million konnte nicht in ihre Häuser zurückkehren. Die Hauptstadt wurde fast gänzlich zerstört. 80 Prozent der Menschen in Haiti leben von weniger als zwei Dollar pro Tag, das heißt unterhalb der Armutsgrenze.

Fonkoze ist die einzige Mikrofinanzinstitution in Haiti, die sich auf ländliche KundInnen konzentriert und ihnen den Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglicht. Dazu zählen aber nicht nur Kredite, sondern auch Sparprodukte sowie Beratung und Begleitung. Heute hat die Organisation 55.000 KundInnen, die Mikrokredite aufgenommen haben, um sich aus der Armut zu befreien.

Während des letzten Jahrzehnts wurde Haiti mehrere Male von Naturkatastrophen heimgesucht, wozu auch starke Fluten und Hurrikane zählen. Anne Hastings, Geschäftsführerin von Fonkoze, entdeckte deshalb den Bedarf an Versicherungen, den ihre KundInnen haben, um erst der Armut zu entkommen und nicht immer wieder Rückschläge zu erleben.

„Wir konnten unseren KreditnehmerInnen beim Wiederaufbau nicht helfen und wir suchten einen Weg um sie zu schützen“, sagt Hastings. Fonkoze begann deshalb nach den schweren Hurrikanen 2008 mit einer Versicherungsfirma zusammen zu arbeiten. Zwei Jahre später war das Programm für Mikroversicherungen bereit für den Markt. „Wir wollten ab Jänner 2010 das Produkt anbieten, doch dann kam das Erdbeben.“

Danach suchten sie nach Lösungen. So ahmten sie einfach den Versicherungsschutz nach, indem sie ihren KundInnen Auszahlungen machten. „Als sie ihre Kredite bekamen, zahlten sie eine Gebühr von zwei Prozent als rückwirkend gültige Versicherungsprämie.“

Fast 18.500 Menschen haben von Fonkoze in Haiti Unterstützung erhalten, um ihr Leben wieder aufzubauen. Heute haben sie mit Swiss Re. ein Programm für Katastrophenversicherungen erarbeitet, das sie ihren KundInnen nun anbieten können.

“Alle unsere KundInnen haben eine Mikro-Katastrophenversicherung, um sie davor zu bewahren wieder auf ihrem Weg aus der Armut Rückschläge durch Naturkatastrophen zu erleben.“

Fonkoze hat heute 46 Zweigstellen in Haiti: mit 250.000 SparerInnen und mehr als 55.000 MikrokreditnehmerInnen. Zehn dieser Zweigstellen wurden nach dem Erdbeben wieder aufgebaut. 5 Mitarbeiter starben, mehr als 145 Mitarbeiter haben ihre Häuser verloren und wohnen heute in Zelten. Neben diesen Herausforderungen engagieren sie sich aber unermüdlich für Ihre KundInnen, um ihnen zu helfen und an einer langfristigen Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse zu arbeiten.

Weitere Informationen unter: www.fonkoze.org

 

Weitere Beiträge zu Haiti:

29. Juli 2011: Versicherung gegen Naturkatastrophen in Haiti

29. November 2010: Fonkoze Hoffnung gibt Hoffnung (NY Times) 

26. Jänner 2010: Aktuelle Lage in Haiti
18. Jänner 2010: SPENDEN für Haiti


 

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Fakten und Zahlen

  • 508 Mio. € Kreditportfolio
  • 878 Partner gesamt
  • fast 70 Länder mit Partnern gesamt
  • über 26 Mio. erreichte Menschen durch die Mikrofinanzpartner

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