Fragen und Antworten
Nachfolgend sind die am häufigsten gestellten Fragen in Bezug auf Oikocredit aufgelistet. Falls Ihre Frage nicht darunter ist: Zögern Sie nicht, sie uns zu stellen. Kontaktieren Sie uns!
Welche Form der Geldanlage bietet Oikocredit an?
Mit Ihrer Geldanlage erwerben sie Genossenschaftsanteile an der Ökumenischen Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit International. Formal handelt es sich dabei um eine Beteiligung mit Gewinnausschüttung. Sofern der Geschäftsverlauf dies zulässt, wird jährlich eine Dividende ausgezahlt.
Die Anlage in Oikocredit-Anteilen ist mit einer Mitgliedschaft im Förderverein Oikocredit deutsche Schweiz verknüpft. Der Mitgliederbeitrag bei Oikocredit deutsche Schweiz beträgt für Einzelpersonen gegenwärtig 30, für Paare 35 und für juristische Personen 60 Franken pro Jahr.
Wie riskant ist die Oikocredit-Geldanlage?
Die Sicherheit des uns anvertrauten Kapitals hat für uns höchste Priorität. Seit der Gründung von Oikocredit International im Jahr 1975 hat noch kein Anleger und keine Anlegerin eingesetztes Kapital verloren.
Durch Rückstellungen für zu erwartende Verluste und auf Sicherheit bedachte Veranlagungsentscheidungen wird das Kapital der AnlegerInnen sorgsam abgesichert. Naturgemäss bleibt allerdings ein Restrisiko bestehen. Verluste können somit nie vollständig ausgeschlossen werden.
Vom nachhaltig soliden und verantwortungsvollen Geschäftsgebaren von Oikocredit legen die Jahresberichte Zeugnis ab.
Welche Rendite bietet die Oikocredit-Geldanlage?
Wir bezahlen unseren AnlegerInnen, sofern der Geschäftsverlauf dies zulässt, im Folgejahr eine Dividende aus. In den letzten Jahren betrug deren Höhe jeweils rund 2%. Sehr hohe Gewinne sind bei Oikocredit nicht möglich, da wir den Fokus auf soziale Wirkung und grösstmögliche Sicherheit legen. Dennoch dürfen die AnlegerInnen mit einer absolut fairen Rendite rechnen.
Oikocredit-Anteilscheine unterliegen als holländische Wertpapiere nicht der Verrechnungssteuer. Sie müssen den Ertrag jedoch versteuern.
Welches ist die Laufzeit der Oikocredit-Geldanlage?
Ab welchem Betrag kann man bei Oikocredit Geld anlegen?
Welche Kommissionen und Gebühren bezahlen AnlegerInnen?
Oikocredit-Anteilscheine sind eine Form der Unternehmensbeteiligung bei Oikocredit International. Die Anteilscheine laufen auf Euro - für uns in der Schweiz ist dies also eine Fremdwährungsanlage. Das bedeutet, dass Sie die Wechselkurs-Risiken zwischen Franken und Euro selbst tragen. Wer in Zeiten eines schwachen Euro-Kurses Anteilscheine erwirbt, kann bei einem Verkauf mit starkem Euro-Kurs einen Währungsgewinn erzielen. Wer teure Euros einkauft und sie während eines schwachen Euro-Wechselkurses veräussert, erleidet einen Währungsverlust. Den auf Schweizer Franken umgerechneten aktuellen Wert der Euro-Anteilscheine per 31.12. können Sie jeweils dem Kontoauszug von Anfang Jahr entnehmen, welcher Mitte Januar verschickt wird.
Zur Zeit prüft Oikocredit deutsche Schweiz in Zusammenarbeit mit Oikocredit International die Möglichkeit einer Ausgabe von Anteilscheinen in Schweizer Franken.
Wie hoch sind die Zinsen der KreditnehmerInnen?
Oikocredit vergibt Mikrokredite nicht selber, sondern fördert Mikrofinanz-Institutionen, welche ihrerseits Zehntausende von Kleinstunternehmen unterstützen. Bei den Darlehen bietet Oikocredit variable Zinssätze an, die sich an den folgenden Kriterien orientieren: Höhe der marktüblichen Zinssätze, Länder- und Unternehmensrisiken, Entwicklungsrelevanz und Kostendeckung. Für die Darlehen von Oikocredit, welche in Hartwährung erfolgen, richten sich die Zinsen nach Region, Branche und technischen Kriterien. Noch variabler präsentiert sich das Zins-Niveau im Bereich lokaler Währungen: Die Zinssätze von Oikocredit gegenüber den lokalen Institutionen orientieren sich an den durchschnittlichen Kosten für lokale Kredite. Dasselbe gilt auch für die Mikrofinanz-Institutionen. Sie verlangen von ihren Kleinstkunden sehr unterschiedliche Zinsen. Aus Schweizer Perspektive sind diese aber meist eher hoch. Es ist jedoch wichtig, dass sich diese Mikrokredit-Institutionen selber tragen können - eine Finanzierung durch Spendengelder aus dem Norden macht langfristig keinen Sinn.
Neben der Inflationsrate und der lokalen Teuerung wirkt sich zudem auch der Aufwand für die Betreuung der Mikro-Unternehmen auf die Zinshöhe aus. Und dieser ist oft relativ gross, da etliche der KreditnehmerInnen ökonomische Schulungen benötigen. Ausserdem haben Mikrokredite meist eine kurze Laufzeit (z.B. 3 Monate).
Zu beachten gilt es, dass bereits ein monatlicher Zins von 3,5 Prozent mithelfen kann, aus der Abhängigkeit eines lokalen Kredithais auszubrechen, der viel höhere Zinsen verlangt. Ausserdem sind die Kreditnehmenden in Branchen der informellen Wirtschaft tätig, wo sie ansprechende Margen erzielen können. Diese ermöglichen es ihnen, ihre Zinsen zu bezahlen.
Welches sind Oikocredits KonkurrentInnen?
Oikocredit ist die Pionierin in Sachen sozialverantwortliche Geldanlage. Seit über 30 Jahren fördert die Entwicklungsgenossenschaft durch ihre fairen Darlehen produktive Genossenschaften und Unternehmen in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Osteuropa.
Die meisten anderen nachhaltigen und sozialverantwortlichen Geldinstitute bieten im Gegensatz zu Oikocredit keine Investitionen im Süden der Erde an - obschon die Entwicklung dieser Länder für das Weltklima und die globalen Perspektiven entscheidend ist.
Seit ein paar Jahren bieten auch «herkömmliche» Banken Geldanlagen in Mikrokredit-Fonds an. Diese werden meist von Europa aus verwaltet und investieren deshalb bevorzugt in grosse und bewährte Institutionen und oft nur in Hartwährung (US-Dollar oder Euro). Oikocredit hingegen ist direkt vor Ort aktiv. Als eine der grössten privaten Refinanziererinnen von Mikrofinanzprogrammen weltweit sind wir auf Pionierprojekte spezialisiert und vergeben dank eines internen Versicherungssystems auch viele Darlehen in lokalen Währungen.
Können Kirchgemeinden mit Oikocredit Geld anlegen?
Oikocredit wurde ursprünglich von Kirchen gegründet - auch mit dem Ziel, für kirchliche Gelder eine sinnvolle alternative Anlagemöglichkeit zu schaffen. Ohne das Engagement von Einzelpersonen würde die Entwicklungsgenossenschaft jedoch nicht funktionieren. Sie bringen den grössten Teil des Kapitals auf. Kirchgemeinden, Kantonalkirchen und kirchliche Institutionen sind als Anlegerinnen jedoch sehr willkommen und machen etwa 12 Prozent der Mitglieder von Oikocredit deutsche Schweiz aus.
Öffentlich-rechtliche Institutionen (in Kantonen mit staatskirchlicher Struktur) können sehr einfach Mitglied von Oikocredit werden. Dazu muss lediglich ein konstituierendes Dokumentes (z.B. Kirchgemeinde-Reglement) sowie eine Kopie des Geldanlage-Beschlusses des zuständigen Organs (z.B. Kirchgemeindeversammlung) mit rechtsgültigen Unterschriften vorgelegt werden.
Je nach Kanton ist die Geldanlage durch Kirchgemeinden unterschiedlich reglementiert. Üblicherweise kann nur ein Teil des (staatskirchlichen) Vermögens in direkten Unternehmensbeteiligungen wie bei Oikocredit angelegt werden. Wegweisend ist dabei insbesondere die Regelung im Kanton Bern, welche sich an den BVG-Richtlinien orientiert. Freies Vermögen (z.B. aus Spenden, Legaten und Schenkungen) können die Kirchgemeinden meistens nach freiem Ermessen anlegen. Oikocredit empfiehlt allen Kirchgemeinden die Erstellung eines Anlagereglementes unter Berücksichtigung sozial-ethischer Kriterien. «Fastenopfer» und «Brot für alle» haben dazu Unterlagen erarbeitet.
Die Oikocredit-Geschäftsstelle gibt Ihnen gerne nähere Auskunft über die Regelungen in Ihrem Kanton.


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