Wie hoch sind die Zinsen der KreditnehmerInnen?
Oikocredit vergibt Mikrokredite nicht selber, sondern fördert Mikrofinanz-Institutionen, welche ihrerseits Zehntausende von Kleinstunternehmen unterstützen. Bei den Darlehen bietet Oikocredit variable Zinssätze an, die sich an den folgenden Kriterien orientieren: Höhe der marktüblichen Zinssätze, Länder- und Unternehmensrisiken, Entwicklungsrelevanz und Kostendeckung. Für die Darlehen von Oikocredit, welche in Hartwährung erfolgen, richten sich die Zinsen nach Region, Branche und technischen Kriterien. Noch variabler präsentiert sich das Zinsniveau im Bereich lokaler Währungen: solche von Oikocredit geforderte Zinssätze orientieren sich an den durchschnittlichen Kosten für lokale Kredite. Dies wird wiederum auch von den Mikrofinanz-Institutionen gegenüber ihren KundInnen so gehandhabt: Sie verlangen von ihren Kleinstkunden unterschiedliche Zinsen. Aus Schweizer Perspektive sind diese meist eher hoch. Es ist jedoch wichtig, dass sich diese Mikrofinanz-Institutionen selber tragen können – eine Finanzierung durch Spendengelder aus dem Norden entspricht nicht dem Nachhaltigkeitskonzept von Oikocredit.
Neben der Inflationsrate und lokalen Teuerung wirkt sich auch der Aufwand für die Betreuung der Mikrofinanz-Institutionen auf die Zinshöhe aus. Dieser ist oft relativ gross, da KreditnehmerInnen häufig ökonomische Schulungen benötigen. Ausserdem haben Mikrokredite meist eine kurze Laufzeit (z.B. 3 Monate).
Bereits ein monatlicher Zins von 3,5 Prozent kann mithelfen, aus der Abhängigkeit eines Kredithais auszubrechen, da dieser in der Regel höhere Zinsen verlangt. Ausserdem sind die Kreditnehmenden zu einem Grossteil in Branchen der informellen Wirtschaft tätig, wo sie ansprechende Margen erzielen können. Diese erleichtern es ihnen, ihre Zinsen zu bezahlen.

