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Überschwemmungen in Cusco, Peru – Viele Kleinstunternehmen betroffen


15-02-2010

Fünftägige heftige Regefälle haben in der Region Cusco in Peru zu verheerenden Überschwemmungen geführt. Ausgangspunkt der Überschwemmungen Ende Januar waren die Gebiete am Huacarpay-See und den Flüssen Vilcanota, Huatanay und Lucre.

 

10.000 Häuser in Städten und ländlichen Gebieten sind unbewohnbar und zahllose Anbaukulturen, Landwirtschaftsbetriebe, Bahnschienen und Straßen wurden zerstört. Viele Brücken, u.a. die Verkehrszugänge zu Pisac und Ollantaytambo, wurden weggespült.

 

Während die internationalen Medien sich vor allem mit der Evakuierung der Touristen aus Machu Picchu beschäftigten, wurde über die Auswirkungen dieser Naturkatastrophe auf die einheimische Bevölkerung nur wenig bekannt.

 

Es wird geschätzt, dass fast 18.000 ha Weideflächen und Kartoffel-, Mais-, Weizen- und Gerstenfelder beschädigt oder komplett zerstört wurden. Wenn diese Schätzungen zutreffen, haben etwa 38.000 Männer, Frauen und Kinder ihre wichtigste Einkommensquelle verloren.

Photo: Courtesy Arariwa

Als die Oikocredit-Regionalstelle in Lima von den Überschwemmungen erfuhr, nahm sie sofort Kontakt mit ihren drei Geschäftspartnern in der Region Cusco auf: Microfinanzas Arariwa (17.549 KundInnen im Juni 2009), MIDE, Microcrédito para el Desarrollo "La Chuspa" (7.471 KundInnen im Dezember 2009) und Edypyme Credivisión (12.150 KundInnen im Dezember 2009). Sie berichteten über die aktuelle Lage und die Auswirkungen auf ihre Kundschaft.

 

Die MitarbeiterInnen der Oikocredit-Länderbüros und Regionalstellen in Peru werden die Situation der MFI-Kundschaft von MIDE, Credivisión und Arariwa weiterhin genau beobachten. Trotz der schwierigen Lage besuchen MitarbeiterInnen dieser MFI Dörfer und Städte und versuchen, sich ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu verschaffen. Teilweise haben sie aufgrund der Lage Kredite refinanziert oder umgeschuldet oder eine zwei- oder dreimonatige rückzahlungsfreie Zeit eingeräumt. Dadurch sollen die KundInnen in die Lage versetzt werden, sich von der Naturkatastrophe zu erholen und ihre Betriebe wieder aufzubauen.

 

Soforthilfe für am stärksten betroffene Familien 

Wegen der Schwere der Naturkatastrophe konzentrierte sich Arariwa zunächst auf die humanitäre Hilfe für die Tausenden von Menschen in Cusco, viele davon KundInnen der MFI-Partner von Oikocredit. Lebensmittel, Medikamente und Unterkünfte sind knapp, und die Straßen sind beschädigt, was die Beobachtung und Abschätzung der Situation sehr erschwert.

Schwere Schäden an Kleinstunternehmen, Weideflächen stehen unter Wasser

Die Kundschaft von MIDE - größtenteils Solidaritätsgruppen von Frauen - in ländlichen Gemeinden in den Provinzen Anta, Urubamba und Quispicanchi wurde schwer getroffen.

Photo: Courtesy Arariwa

In Anta wurden 75% der Anbaukulturen vernichtet, und das Hochwasser auf Weideflächen bedroht die ländliche Bevölkerung und ihr Vieh. Molkereibetriebe verzeichnen schwere Schäden, und die Milch kann weder verarbeitet noch befördert werden.

 

Im Raum Piñipampa, wo viele MIDE-Kundinnen leben, wurden 60% der Brennöfen zerstört, was die Kachel- und Ziegelproduktion schwer beeinträchtigen wird.

 

Bis Ende Januar meldeten über 400 KundInnen von Credivisión Verluste und Schäden. Zur Kundschaft der MFI gehören u.a. Ziegel- und Kachelbrennereien, Handwerksbetriebe, Bäckereien, kleine Restaurants und Kleinhandelsbetriebe, die Gemüse, Kleidung oder Lebensmittel verkaufen.

 

 

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