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INTERVIEW: Acht Tage in Uganda, faire Finanzierung in der Praxis


24-03-2010

Anfang des Monats reisten 12 Ehrenamtliche, AnlegerInnen und Mitarbeiterinnen von Oikocredit aus aller Welt nach Uganda, um die Realität der fairen Finanzierung auf Augenhöhe zu erleben.

Maria Sandell, Kommunikationsbeauftragte der Kirche von Schweden, nahm an der Reise teil und sprach mit uns über ihre Zeit in Uganda. Die Kirche von Schweden ist ein strategischer Partner von Oikocredit und hat als Direktmitglied ca. 12 Millionen € in Oikocredit investiert.

 

Warum haben Sie an der Studienreise nach Uganda teilgenommen?

Mein Arbeitgeber, die Kirche von Schweden, schlug vor, dass ich oder eine/r meiner KollegInnen in der Kommunikationsabteilung an der Reise teilnehmen sollte. In unserer Abteilung arbeitet die Projektbeauftragte für Mikrofinanzierung eng mit Oikocredit zusammen. Aber da wir unsere Öffentlichkeitsarbeit über Oikocredit intensivieren möchten, fanden wir es sinnvoll, dass ein Mitglied des Teams mehr über Oikocredit und ihre Arbeit erfährt. Was wäre dazu besser geeignet als die Teilnahme an einer Studienreise?

 

Hat sich Ihre Sicht der Mikrofinanzierung geändert?

Vor der Studienreise hatte ich die Mikrofinanzierung nur als Teil einer integrierten Entwicklungsarbeit kennengelernt, die mit Spenden und Zuschüssen finanziert wird. Ich hatte meine Zweifel, ob eine „kommerzielle" Mikrofinanzierung sinnvoll ist, zumindest hielt ich sie nur für die zweitbeste Lösung.

 

Was war ihre wichtigste neue Erkenntnis?

Sehr gut fand ich an der Studienreise die Möglichkeit, Zeit mit Oikocredit-MitarbeiterInnen zu verbringen, verschiedene Mikrofinanzinstitutionen und ihre Belegschaft und natürlich auch viele KundInnen kennenzulernen. Es war sehr aufschlussreich, Fragen stellen zu können, Antworten zu erhalten und über Probleme, wie z. B. hohe Zinsen und Überschuldung, aber auch über die eindrucksvollen Erfolge und die Stärkung der Menschen zu diskutieren. Am wichtigsten ist für mich wohl, dass ich mir ein umfassendes Bild von der Mikrofinanzierung und von Oikocredit verschaffen kontte.

 

Glauben Sie, dass ein Kleinstkredit zur Eigenständigkeit verhilft? Ist es nicht einfacher, Geld zu spenden?

Kleinstkredite führen oft zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit und sind meist besser für die KundInnen als Spenden und Zuschüsse, aber ich meine, sie sollten immer mit Beratung und Schulung kombiniert werden. Es gibt verschiedene Bereiche, in denen eine kommerzielle Mikrofinanzierung meiner Meinung nach - noch - nicht möglich ist. Sensibilisierungsmaßnahmen, humanitäre Hilfe und Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit zum Beispiel. Ein großer Vorteil der kommerziellen gegenüber der spendenfinanzierten Mikrofinanzierung ist natürlich der Umfang des Kapitals.

 

Hat die Reise Sie zu irgendwelchen Maßnahmen nach Ihrer Rückkehr nach Schweden angeregt?

Ich plane neue und umfangreichere Informationen über die Mikrofinanzierung auf unserer Website, für unsere Ehrenamtlichen und in unserem Magazin für die SpenderInnen.

 

 

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