Wir sind dabei
Jutta und Burkhart Vietzke

„Hilfe zur Selbsthilfe" war schon angesagt, als wir vor Jahrzehnten nach Afrika kamen. An Hilfsmöglichkeiten lernten wir kennen: ausländisches Personal, darunter wir selbst, und die Spendenmittel von „Brot für die Welt" und anderen. Bald bewunderten wir die Initiative und den Erfindungsreichtum, mit denen die Menschen in Kamerun sich ein Einkommen verschafften, und sei es noch so gering - und das ohne Hilfe von außen. Da war der örtliche Fotograf, der mit Studio und eigenem Schwarzweiß-Labor es schaffte, seine drei Kinder auf weiterführende Schulen zu schicken. Da war die Pfarrfrau, die mit einer eigenen Hühnerzucht das magere Gehalt ihres Mannes für die Familie aufbesserte. Die Küken musste sie kaufen und füttern, bevor sie Eier und Hühnerfleisch verkaufen konnte.
Heute liegt die Hühnerzucht im Land darnieder, Importe von billigem Hühnerfleisch aus Europa haben den einheimischen Markt ruiniert. Die Hühnerzüchter müssen sich etwas anderes aufbauen. Vom Fotografen verlangten immer mehr Kunden Farbfotos. Woher sollte das Geld für die Umstellung kommen? Was diese Menschen brauchten, war nicht Initiative, die hatten sie. Sie brauchten Startkapital, und das war von der örtlichen Bank für so kleine Unternehmungen nicht zu bekommen.
Darum waren wir gespannt, als die Mikrokredite aufkamen und Oikocredit (damals noch EDCS) gegründet wurde. Dass dann nicht nur Kirchen und Institutionen Anteile erwerben konnten, sondern über die Förderkreise auch wir als Privatpersonen, das hat uns eine sinnvolle Anlagemöglichkeit eröffnet. Auf diese Art bleiben wir auch unserem früheren Tätigkeitsfeld verbunden.
Jutta und Burkhart Vietzke


